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Wie geht man mit Emotionalem Essen um?

 

Was ist Emotionales Essen?

 

Unter Emotionalem Essen versteht man Essattacken oder Essstörungen, die aus den negativen Gefühlen einer Person hervortreten. Menschen, die emotionales Essverhalten aufweisen, essen als Reaktion auf ihre erhöhte innere Spannung; nicht weil sie Hunger verspüren oder gar sozial gezwungen sind. Emotionales Essverhalten zeigt sich meist eher bei vorzeitigen Snacks als zu Essenszeiten.

 

Unter normalen Umständen werden Appetitlosigkeit und geringe Nahrungsaufnahme angesichts negativer Gefühle als natürliche physiologische Reaktion angesehen. Andererseits ist bei übergewichtigen Menschen, Frauen mit Essstörungen und Menschen, die mit Normalgewicht Diäten einhalten, eine vermehrte Nahrungsaufnahme angesichts negativer Reize zu beobachten.

 

Während normalgewichtige Menschen, ausgelöst von Angst und Unruhe, an Magersucht leiden (ein Rückgang in der Magenkontraktion mindert auch das Essverhalten), tritt dies bei übergewichtigen Menschen aufgrund der Unempfindlichkeit gegenüber inneren Reizen nicht auf.

Bei Menschen mit Übergewicht, die nicht in der Lage sind interne physiologische Reize zu verstehen, bedarf es äußerer Reize, damit sie mit dem Essen beginnen und es beenden können. Dies kann durch das Ansehen und den Geruch der Lebensmittel ausgelöst werden. Dabei wird weitergegessen, bis die gesamte Mahlzeit beendet ist, obwohl längst ein Sättigungsgefühl zu spüren ist.

Die allgemeine Ansicht von Menschen, die emotional essen, ist, dass sie sich ihrer Gefühle nicht bewusst sind und nicht in der Lage sind, ihre Emotionen zu erkennen und diese zu benennen. Demzufolge essen emotionale Esser als Reaktion auf ihre Emotionen, nicht als Reaktion auf innere Reize wie Appetit oder Hunger-oder Sättigungsgefühle.

 

Einer anderen Theorie zufolge weisen übergewichtige Menschen Essattacken auf, wenn sie sich nervös und hilflos fühlen, um ihre Angst zu bewältigen. Menschen mit Übergewicht sind nicht in der Lage zwischen Hungergefühl und Angstgefühl zu unterscheiden. Essen, nicht nur, wenn die Betroffenen hungrig sind, sondern auch, wenn sie beängstigt sind, führt zu einem fehlerhaften Lernen, das sich in ein sich wiederholendes Verhalten verwandelt, welches im Laufe der Zeit das Gefühl der Angst unterdrückt.

 

Eine letzte Theorie, die Escape Theory (Realitätsflucht) besagt, dass emotional gegessen wird, um aus Umgebungen zu flüchten, die ein negatives Bewusstsein schaffen. Wenn sich Betroffene mit Informationen konfrontiert sehen, von denen sie sich bedroht fühlen, wenden sie sich dem Essverhalten zu, um negative Gefühle abzufedern und abschreckenden Effekten zu entkommen.

Die Tatsache, dass die Aufmerksamkeit auf einen externen Reiz gelenkt wird, ruft das Verhalten von Essattacken hervor.

 

In den letzten Jahren ist aus den Studien, die die Auswirkungen des emotionalen Essens auf die Ergebnisse der bariatrischen Chirurgie untersuchten, hervorgegangen, dass diejenigen, die emotionalem Essverhalten unterliegen, weniger Gewicht nach der Operation verlieren. 

Angesichts der Tatsache, dass emotionales Essverhalten sowohl vor als auch nach der Operation ein Risikofaktor für Gewichtsverlust darstellt, wurde erneut darauf hingewiesen, wie wichtig es ist während dieser Zeit psychologische Unterstützung zu erhalten.

 

Der Unterschied zwischen emotionalem und körperlichem Hunger

•          Während sich körperlicher Hunger langsam bemerkbar macht, tritt emotionaler Hunger plötzlich auf.

•          Körperlicher Hunger ist erträglicher als emotionaler Hunger. Während die Befriedigung des körperlichen Hungers auf sich warten lassen kann, ist die Dringlichkeit emotionalen Hunger zu stillen höher. Betroffene fühlen sich gezwungen, sofort zu essen.

•          Wenn Sie angesichts des Hungers die Wahl haben zwischen bestimmte Lebensmittel zu wählen (z.B. Pizza oder Eiscreme), ist die Wahrscheinlichkeit eines emotionalen Hungers höher. Denn angesichts des körperlichen Hungers, stehen Menschen oft anderen Alternativen offen gegenüber.

•          Wer als Reaktion auf körperlichen Hunger isst, dem fällt das Aufhören mit dem Essen leichter, während diejenigen, die als Reaktion auf emotionalen Hunger essen, möglicherweise nicht satt werden und weiteressen.

•          Betroffene empfinden beim Essen nach emotionalem Hunger üblicherweise Schuldgefühle und Bedauern.

 

Wie kann Emotionales Essen bewältigt werden?

•          Der erste Schritt dieses Problem zu bewältigen ist, zu versuchen Ihre Emotionen zu erkennen und Ihr Leben dahingehend zu überprüfen. Denn erst wenn Sie sich ihrer Gefühle bewusst sind, haben Sie Ihr Verhalten unter Kontrolle.

•          Nach dieser Phase können Sie eine „To-Do-Liste“ für sich selbst erstellen, um Aktivitäten als geistige Ablenkung zu betreiben. Dies können unterschiedliche Aktivitäten sein, wie Ihre Garderobe aufräumen, jemanden anrufen, mit dem Sie gerne Gespräche führen, Atemübungen oder einen Spaziergang machen. Dabei ist zu beachten, dass diese Liste von Person zu Person unterschiedlich sein kann.

•          Wenn Sie sich als emotionalen Esser bezeichnen würden und sich dessen sicher sind, ist es ratsam, vorverpackte, kalorienhaltige Lebensmittel wie Fertigprodukte zu meiden. Außerdem ist es besser, keine Lebensmittel zu verzehren, die nicht auf der Einkaufsliste, die Sie zuvor erstellt haben, stehen. Lagern Sie keine Schnellgerichte zu Hause. Da sich Schlafmuster direkt auf die Ernährung auswirken, müssen Sie umso mehr auf Schlafhygiene achten, da dies Ihnen zu einem gesunden Ernährungsverhalten verhilft.

 

Wenn es Ihnen trotz aller Bemühungen nicht gelingt, eine dauerhafte Verhaltensänderung zu erreichen und das Essen weiterhin als Mittel zur Linderung emotionaler Spannungen zu betrachten, wenden Sie sich schnellstmöglich an einen Psychologen.